Statement von AK Uniwatch zum Vorgehen der Gemeinsamen Kommission des ZtG bzgl. Weiterleitung des Statements zum Kolloquium „Epistemische Gewalt“

AK Uniwatch war am ZtG um bei der letzten Sitzung der Gemeinsamen Kommission den Umgang mit dem Wunsch nach Weiterleitung des auch hier schon veröffentlichten Statements zum Kolloquium „Epistemische Gewalt“ zu begleiten. Im folgenden das hierzu verfasste Statement. Weitere Informationen zu AK Uniwatch findet ihr auch hier:  https://akuniwatch.wordpress.com/
Viele Grüße,
eure Ini
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Weiterleitung bereits öffentlicher Kritik zu rassistischen Vorfällen am ZtG?
            „Wir müssen überhaupt nichts!“
Am 24.11.2014 ist eine Gruppe von Leuten, die an der Arbeit des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien der HU (ZtG) interessiert sind, zur Gemeinsamen Kommission des ZtG (GK) gegangen. Die GK ist das öffentliche Entscheidungs-Gremium des ZtG.
Zwei Vertreter_innen von AK UniWatch waren dabei. Das Anliegen der Gruppe war es, dass das ZtG die Weiterleitung des Statements zum Kolloquium „Epistemische Gewalt“ über ihre Mailverteiler nicht weiter verzögert. Denn damit überhaupt eine Auseinandersetzung stattfinden kann, muss die Kritik erst zugänglich gemacht werden.
Entgegen unserer Erwartung stand das Statement nicht auf der Tagesordnung des GK-Treffens, obwohl es dem ZtG bereits seit einer Woche vorlag. Daraufhin beantragten wir, nicht die Diskussion des Statements selbst, sondern den Umgang des ZtG mit dem Statement, in die Tagesordnung aufzunehmen. Die stimmberechtigten Mitglieder der GK lehnten unseren Antrag und damit jegliche Auseinandersetzung mit der Kritik an den rassistischen Vorfällen auf dem Kolloquium per Mehrheitsentscheid ab. Unser wiederholter Protest gegen die Verweigerungshaltung des ZtG wurde von der GK vehement und sehr entschieden abgewehrt.
Dabei wurde erneut auf vielfältige Weise Rassismus reproduziert. Beispielsweise wurden formale Verfahrensregeln herangezogen, um uns zum Schweigen zu bringen. Unser Protest dagegen wurde dann als zu aggressiv delegitimiert (tone policing). Gleichzeitig haben sich weiße Mitglieder des ZtG als die eigentlichen Opfer einer Diskussion über Rassismus dargestellt, die ständig und völlig unberechtigterweise mit Rassismusvorwürfen konfrontiert seien (Umkehr von Machtstrukturen). Dabei fielen unter anderem folgende Aussagen:
  • „Rassismusvorwürfe sind hier ständig im Raum. Wir können überhaupt nicht mehr miteinander reden, weil es nur noch darum geht Rassismusvorwürfe zu verbreiten.“
  • „Ich möchte, dass wir in der Sitzung fortfahren und dass das was wir gerade beschlossen haben auch gemacht wird. Das kann nicht sein, dass Sie hier einfach reinkommen und sagen wir haben ein Statement gemacht und Sie müssen das jetzt verbreiten. Wir müssen überhaupt nichts.“
  • „Ich finde auch anonyme Schreiben in denen Kolleginnen diffamiert werden (…) die sich dann nicht wehren können problematisch.“
  • „Ich finde es problematisch, dass immer die angegriffen werden, die sich mit Rassismus auseinandersetzen.“
  • „Die Organisationen, die das Statement unterschrieben haben waren NICHT MAL da auf dem Kolloquium.“
  • „Rassismus ist immer eure einzige Entschuldigung.“
Das ZtG hat sich seit dem Kolloquium, das im Mai 2014 stattfand, nicht aus eigener Initiative zu den rassistischen Vorfällen und der dort geäußerten Kritik von Anwesenden geäußert. Ganz im Gegenteil hat das ZtG dieses Kolloquium bereits als Beweis und Aushängeschild für ihre „vorbildliche“ anti-rassistische Arbeit instrumentalisiert. Nachdem nun eine externe Initiative die Aufgabe übernommen hat, die rassistischen Vorfälle öffentlich zu machen und eine Auseinandersetzung damit anzustoßen, blockt die Mehrheit der Mitglieder des ZtG die öffentliche Diskussion ab. Das ist eine deutliche Demonstration weißer Kompliz_innenschaft und struktureller weißer Macht innerhalb des ZtG.
Wir verurteilen diese rassistische Praxis des Silencing von PoC und Schwarzen Kritiken und die Verweigerung des ZtG sich mit eigenen strukturellen Rassismen auseinanderzusetzen aufs Schärfste!
Wir verurteilen auch die erneute hierarchische und rassistische Gewaltausübung von einzelnen Mitgliedern des ZtGs.
AK UniWatch
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