Queer – Feministische Tage in Marburg

vom 6.-9. Oktober finden die Queer-feministischen Tage in Marburg statt.

Hier ein Textauszug der Ankündigung: 

In den letzten beiden Jahren fanden die Queer-Feministischen Tage als "Bundes-Fachschaften-Tagung" (BuFaTa) der Gender Studies in Hamburg und Freiburg statt;

Die Queer-Feministischen Tage in Marburg sollen nun explizit für alle Fachschaften und nicht organisierte Studierende, die sich mit queeren/ feministischen Themen beschäftigen, offen sein.

Aber auch außerhalb des universitären Bereichs wollen wir all diejenigen Aktivist_innen ansprechen, die sich z.B. künstlerisch,gestalterisch, pädagogisch, etc., in die Thematik einbringen.

Die Tage sollen von, für und mit der Vielfalt leben, und dies möglichst hierarchiearm.

 

*** ** *Queer-feministisch – was soll das eigentlich?* ** ***

"Die Neue Frauenbewegung tritt in der politischen Öffentlichkeit kaum mehr in Erscheinung, feministische Anliegen scheinen sich erledigt zu haben.

Viele junge Frauen und Männer hoffen deshalb auf ein Ende der langweiligen, lästigen Politisierung des Geschlechterverhältnisses." (Barbara Holland-Cunz: Die alte neue Frauenfrage, S.7) Gegen eben diesen Trend der Entpolitisierung der Geschlechterverhältnisse richten sich die Queer-Feministischen Tage.

 

Wir sind der Meinung, dass die Gleichberechtigung der Geschlechter noch lange nicht erreicht ist, und dass auf dem Weg dorthin auch andere Aspekte als der Fokus auf "Frau" und "Mann" miteinbezogen werden müssen.

Doch von Anfang an: Queer- feministisch wird daher in einem Atemzug genannt, da Feminismus und Queere Theorien ähnliche Ansatzpunkte mit sich bringen,

und teils eng miteinander verwoben sind.Feminismus bezeichnet dabei zunächst einmal die wissenschaftliche Abhandlung derjenigen Themen, die die Frauenbewegungen und der Ruf nach Emanzipation mit sich gebracht haben. Dabei ist zu beachten, dass es viele Formen von Feminismus, und nie den einen Feminismus gibt. Allen Strömungen ist jedoch gemeinsam, dass sie von einer Ungleichheit der Geschlechterverhältnisse ausgehen, die sich zum Nachteil von Frauen auswirkt. Feminismus ist nach unserem Verständnis auch immer Kritik an hierarchischen Verhältnissen insgesamt.
Das Wort "queer" (engl.: schräg, seltsam, verdächtig, eigenartig) wurde zunächst im englischsprachigen Raum als Schimpfwort fürschwule Männer verwendet. Während der 1970er und 80er Jahre, gab die sich neu formierende Schwul-Lesbische politische Bewegung der Bezeichung "queer" eine neue Bedeutung:

Queer stand nun für eine positive Selbstbezeichnung eben dieser Bewegung- für die eigene "andere" Identität, auf die mensch stolz war.
Auch heute wird die Bezeichnung queer teilweise noch in diesem Sinne gebraucht. Daneben verbreitete sich jedoch zunehmend eine davon abweichende Verwendungsweise.

Demnach bezeichnet "queer" eine generell "identitätskritische Politik".

Das heisst, dass jede Art von eindeutiger Identiätsbildung abgelehnt wird, da eine solche Festlegung von Identität gleichzeitig viele andere Möglichkeiten der Selbstbeschreibung ausschließt.

Zum Beispiel ermöglicht unsere Gesellschaft mit der Bezeichnung Frau keine gleichzeitige Auslebung männlich gedachter Eigenschaften.

Wir dürfen entweder Mann oder Frau, hetero- oder homosexuell, schwarz oder weiß, etc. sein, denn zwischen diesen Polen wird kein Platz für individuelle Lebensentwürfe gelassen.
Queer-feministísch bedeutet für uns also, die Pole "Frau-Mann", "homo-heterosexuell" kritisch zu hinterfragen, und den Versuch zu unternehmen, damit verbundene Diskriminierungen aufzulösen. Gleichzeitig wollen wir vermeiden, dass die real existierende Benachteiligung von Frauen aus dem Blickfeld gerät.

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Ein Gedanke zu “Queer – Feministische Tage in Marburg

  1. … auch das Studentische Projekttutorium Information-Macht-Gender wird auf den Tage präsent sein und sich & das GenderWiki vorstellen. Wir hoffen viele weitere Sympatisant_innen und zukünftig Mitgestalter_innen für das Fachwiki gewinnen zu können.

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